Diese Orgel wird Philippe II Le Picard zugeschrieben, dem Begründer der klassischen Lütticher Orgelbauschule des 18. Jahrhunderts.

Die Herkunft der Orgel ist nicht ganz geklärt, aber vermutlich stand sie ursprünglich aus der Kirche Saint-Nicolas-au-Pont in Lüttich, die 1805 abgerissen wurde. Arnold Graindorge versetzte sie dann nach Boorsem und dort wurde sie 1902 von Theodoor Ruëf komplett umgebaut und modernisiert, wobei von der ursprünglichen Orgel lediglich die wesentlichen Elemente des Orgelgehäuses und 4 Register erhalten blieben.

Das Restaurierungskonzept bedeutete die Rückführung auf eine zeittypische Orgel mit 2 Manualen, wobei jedoch ein selbstständiges Pedal mit 3 Registern hinzugefügt wurde. Da von Philippe II Le Picard nur wenige Instrumente erhalten sind, unter anderem in Gronsveld (NL) wurde auch auf Vorbilder seines Sohnes Jean-Baptiste Le Picard zurückgegriffen.

Ganz außergewöhnlich und für den klassischen Lütticher Orgelbau ist die Farbgebung, die bei der Restaurierung teilweise zum Vorschein kam und deshalb rekonstruiert werden konnte. Grün und Rot sind häufig in den Wappen der Lütticher Fürstbischöfe zu finden und verweisen deshalb möglicherweise auf einen Bezug zu Ihnen.

Die verschwundenen Flügeltüren wurden rekonstruiert und mit einem zeitgenössischen Dekor gestaltet.

Die Einweihung findet am 2. Juni 2024 statt.

Disposition

Grand Orgue

 

Bourdon 8'

Prestant 4'

Flûte 4'

Nazard 2 2/3'

Doublette 2'

Tierce 1 3/5'

Fourniture IV

Sexquialtera II

Cornet IV

Trompette 8'

Voix humaine 8'

 

GO - POS

Positif

 

Bourdon 8'

Prestant 4'

Nazard 2 2/3'

Doublette 2'

Tierce 1 3/5'

Larigot 1 1/3'

Cymbale III

Cromorne 8'

Pédale

 

Soubasse 16'

Octave 8'

Trompette 8'

 

 

I - P

II - P

Ort
BOORSEM, Sint-Joris
Baujahr
1725 /2023
Erbauer
Philippe Le Picard/Guido Schumacher
Disposition
II-P, 22